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Der Kameramörder  - Glavinic, ThomasNiveau 4

Der Kameramörder

Autor:Glavinic, Thomas
Erscheinungsjahr:2001
Verlag:Volk und Welt (danach: Deutscher Taschenbuchverlag)
Verlagsort:Berlin (München)
Seitenzahl:156
Gattung:Krimi
Thema:Mediengesellschaft
Sprachniveau: C1
 
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Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Glauser-Krimipreis 2002 für den besten Roman.
www.thomas-glavinic.de

 

goethe


 

Zum Autor

"Thomas Glavinic, geboren am 2.4.1972 in Graz. Tätigkeiten als u.a. Werbetexter, Vertreter und Taxifahrer. Mit fünf Jahren erste Schachpartien, 1987 Rang 2 der österreichischen Schachrangliste in seiner Altersklasse. 1989 erste Veröffentlichungen in regionalen steirischen Zeitungen; 1991 Aufnahme eines Germanistikstudiums; seit 1991 Essays, Erzählungen, Hörspiele und Reportagen; freier Schriftsteller seit 1995. Glavinic ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Wien." (Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur)

Zum Inhalt

"»Ich wurde gebeten, alles aufzuschreiben.« Mit diesem Satz beginnt der Ich-Erzähler seinen Bericht über ein Osterwochenende, an dem er und seine Lebensgefährtin ein befreundetes Paar in der Steiermark besuchen. Während die Medien minutiös über einen am Karfreitag begangenen Doppelmord an zwei Kindern berichten, den der Mörder mit einer Videokamera aufgenommen haben soll, pendeln die vier Freunde zwischen Fernseher und Kartenspiel, Küche und Gesprächen hin und her. Angewidert und zugleich voller Lust an der Sensation, kommentieren sie das Vorgehen der Medien. Draußen, in der »wirklichen« Welt, wird unterdessen fieberhaft nach dem Mörder gesucht." (Deutscher Taschenbuch Verlag - dtv)

Lesehinweise

Das Buch fällt durch seinen Protokollstil auf, was aber genau die Stärke des Buches ist. Alles wird derart objektiv beschrieben, dass man sich zu Anfang sehr motivieren muss, um weiterzulesen. Der Erzählstil wurde als langweilig, abstoßend oder verstörend empfunden. Kommt man jedoch in die absurde Stimmung des Erzählers, ist es genau dieses Träge und Skurrile, was am meisten fasziniert.

Zum Nachdenken

Wenn du etwas in den Nachrichten siehst, bleibt es dann für dich "etwas, was du im Fernsehen gesehen hast"? Oder denkst du dann auch darüber nach, was wirklich passiert ist?
Inwiefern bist du von den Massenmedien abhängig?
Inwiefern ist die Sprache, die du im Alltag hörst, von Klischees geprägt?

Wertung

"Ich finde diese Buch perfekt!" (Patrick, http://www.dtv.de/buecher/der_kameramoerder_13546.html?show=leserstimmen&antworten=0#tabs)

"Durch die Schule bewegt dieses Buch zu lesen, begann ich vor wenigen Tagen zu 'konsumieren'. Ich stand dem Buch sehr skeptisch gegenüber, da bereits die ersten wenigen Sätze durch ihre Kürze und Einfachheit zum Aufhören animierten.
Doch Thomas Glavinic wäre nicht einer der besten österreichischen Krimiautoren, wenn er den Leser nicht fesseln, gar an das Buch binden könnte. Nicht die Sprache, sondern der Inhalt, die Kritik an der heutigen medialen Welt animieren den Leser das Buch zu beenden, um sich seine eigene kritischen Meinung gegenüber den Medien zu bilden." (Flo Polster, http://www.krimi-couch.de/krimis/thomas-glavinic-der-kameramoerder.html)

"Dieses Buch ist spannend, keine Frage, es hat einen überraschenden Schluss und auch die Kaltblütigkeit der Medien wird sehr treffend dargestellt. Aber es ist FURCHTBAR geschrieben!!! Es klingt nicht nur wie ein Bericht, sondern wie ein schlecht geschriebener Bericht... Übergänge zwischen Sätzen fehlen, banalste und völlig uninteressante Dinge werden protokolliert wie ein Staatsbesuch." (Mila San, http://www.amazon.de/product-reviews/B0073BS312/ref=cm_cr_pr_hist_1?ie=UTF8&filterBy=addOneStar&showViewpoinsh=0)

erstellt von

Victoire Wisse

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Der Kameramörder  - Glavinic, ThomasNiveau 4

Der Kameramörder

Autor:Glavinic, Thomas
Erscheinungsjahr:2001
Verlag:Volk und Welt (danach: Deutscher Taschenbuchverlag)
Verlagsort:Berlin (München)
Seitenzahl:156
Gattung:Krimi
Thema:Mediengesellschaft
Sprachniveau: C1
 
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Der Kameramörder  - Glavinic, ThomasNiveau 4

Der Kameramörder

Autor:Glavinic, Thomas
Erscheinungsjahr:2001
Verlag:Volk und Welt (danach: Deutscher Taschenbuchverlag)
Verlagsort:Berlin (München)
Seitenzahl:156
Gattung:Krimi
Thema:Mediengesellschaft
Sprachniveau: C1
 
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Der Kameramörder  - Glavinic, ThomasNiveau 4

Der Kameramörder

Autor:Glavinic, Thomas
Erscheinungsjahr:2001
Verlag:Volk und Welt (danach: Deutscher Taschenbuchverlag)
Verlagsort:Berlin (München)
Seitenzahl:156
Gattung:Krimi
Thema:Mediengesellschaft
Sprachniveau: C1
 
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Aufgaben

BuchGlavinic, Thomas, Der Kameramörder
NummerN3/1
Niveau3
Studienlast2
ArbeitsformIndividuell
FokusMotive
Ziel

Erkennung und Verbindung verschiedener Themen

Aufgabe

Der Roman Der Kameramörder enthält verschiedene Motive. Das Motiv des Essens spielt eine wichtige Rolle. Die vier Hauptfiguren bewegen sich zwischen Frühstück,  Mittagsmahl und Abendbrot, und essen und trinken ständig.

Wann wird gegessen?

Wer bereitet es?

Wer isst was...?

Wie ist das Essen mit den Ereignissen verbunden?

Erstelle eine Tabelle.

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen dem Essen und den verschiedenen Ereignissen in der Geschichte?

 

Wann

Wer bereitet

Wer isst was...

Ereignissen

Gründonnerstag, nachmittags (S.5)

in einem Lokal

Sonja trinkt (ca. 1l Weißwein, 6x2 cl Tequila? Bier)

Treffen mit alten Freunden auf die Fahrt zu den Stubenrauchs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben vonInge van Heusden



BuchGlavinic, Thomas, Der Kameramörder
NummerN3/2
Niveau3
Studienlast1,5
Arbeitsformzu dritt
FokusPerspektive
Ziel

Interesse für Erzähltechnik entwickeln

Aufgabe

Der Erzähler spielt im Roman eine wichtige Rolle. Alles was wir als Leser wissen, wird uns von ihm mitgeteilt. Der Roman Der Kameramörder ist verfilmt worden. Diskutiert in Dreiergruppen:

  • Ist es möglich im Film auch einen Erzähler – also ein ‚Voice Over’ – die Geschichte erzählen zu lassen?
  1. Wenn ja, kann der Text vom ‚Voice Over’ einfach so wie er im Roman ist, ausgesprochen werden? Sollte sich etwas ändern?
  2. Wenn nein, warum nicht? Eignet sich der Text nicht dafür?
  • Die Kamera und das Fernsehen spielen eine ganz wichtige Rolle im Roman. Die Kamera registriert oder zeigt, beide sind Anlass zu Emotionen und Urteilen, bringen und verderben die gute Stimmung.

    Welche Rolle spielen die Kamera und das Fernsehen im Roman

                                          i.    für den Täter

                                        ii.    für die Opfer

                                       iii.    für die vier Hauptfiguren als Gruppe.

                                       iv.    für die Frauen in der Gruppe

                                        v.    für Heinrich

                                       vi.    für den Erzähler

                                      vii.    für die Kirche

                                    viii.    für die ORF

                                       ix.    für die kommerziellen Sender

Illustriere jedes Mal mit einer Textstelle.

  • Wenn du dir den Film ansehen würdest, wie viele Kameras würden es dann zwischen dir und den beschriebenen Morden geben?
(Literarische) Theorie

Filmtrailer Youtube:  https://youtu.be/YRabbqaTxHc

Geschrieben vonInge van Heusden



BuchGlavinic, Thomas, Der Kameramörder
NummerN3/3
Niveau3
Studienlast1
ArbeitsformIndividuell & zu dritt
FokusMoralische Frage
Ziel

Reflektierendes lesen

Aufgabe

Der Kameramörder handelt über einen Mord und einen Mörder. Der  Autor des Romans hat sich in einem Interview von Christel Wester über den Mord und den Mörder ebenso wie über verschiedene andere geäußert.

Glavinic bezeichnet sie als Monster.

a.         Lies das Zitat aus dem Interview

„Ich gehe generell davon aus, dass jeder Mensch ein Monster ist. Und dieses Monster ist in diesem Fall, in diesem Buch ja nicht der Kameramörder - der ist zwar auch ein Monster, aber der ist ein besonderes Monster und als solches nicht so gefährlich - sondern das wahre Monster, das sind die anderen. Das sind die vier Leute, die vor dem Fernseher sitzen, und die Leute, die in den Dörfern toben, damit sie den Kameramörder in die Finger bekommen. Und das ist eben die Frage, inwieweit man sich da jetzt als Leser innerlich distanzieren kann. Also ich zweifle daran. Ich habe schon einige Reaktionen gehört von Leuten, die sich nach der Lektüre überlegt haben, ob sie nicht möglicherweise nicht auch sehr monströs gehandelt haben, als sie dieses Buch gelesen haben.“(Wester, Christel, Der Kameramörder, in: Deutschlandfunk. (http://www.deutschlandfunk.de/derkameramoerder.700.de.html?dram:article_id=80206 Stand 9.1.2016)

b.

Glavinic identifiziert hier drei Monster:

- den Mörder

- die vier und die Leute, die in den Dörfern toben

- den Leser.

Was genau macht deiner Meinung nach diese Figuren zum möglichen Monster?

Bist du überhaupt mit Glavinic einverstanden?

c. (individuell)

Welche monströsen Aspekte haben der Mörder, die Vier und ‚die Leute’ und der Leser? Suche Textfragmente zu deinen Argumenten und inventarisiere Pro und Kontra:

 

....ist ein Monster weil....

.... ist kein Monster weil .....

Der Mörder

 

 

 

Die vier und die Leute

 

 

Der Leser

 

 

 


d. zu dritt

Vergleiche deine Tabelle mit der Tabelle deiner Mitschüler. Diskutiere mögliche Unterschiede und ergänze deine Tabelle.

e. zu dritt

Wenn ihr alle Argumente noch mal betrachtet, zeigt sich dann ein roter Faden? Könntet ihr aussagen was einen Menschen, laut dieses Romans, genau zum Monster macht?

f. zu dritt

Entscheidet euch jetzt, ob ihr mit dem Zitat von Glavinic einverstanden seid. Begründet!

Geschrieben vonInge van Heusden




Der Kameramörder  - Glavinic, ThomasNiveau 4

Der Kameramörder

Autor:Glavinic, Thomas
Erscheinungsjahr:2001
Verlag:Volk und Welt (danach: Deutscher Taschenbuchverlag)
Verlagsort:Berlin (München)
Seitenzahl:156
Gattung:Krimi
Thema:Mediengesellschaft
Sprachniveau: C1
 
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Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Glauser-Krimipreis 2002 für den besten Roman.
www.thomas-glavinic.de

 

goethe


 

Aufgaben

BuchGlavinic, Thomas, Der Kameramörder
NummerN4/1
Niveau4
Studienlast1
Arbeitsformzu zweit
FokusErzähltechnik
Ziel

Interpretierendes und ästhetisches Lesen

Aufgabe

Ein Zitat aus einem Leserkommentar lautet:

„Durch den ersten Satz ‚Ich wurde gebeten alles auf zu schreiben’, wusste man wer der Mörder sein muss. Man wartet anschließend nur darauf, dass die Polizei endlich kommt und ihn festnimmt. Wenn man diesen Satz überlesen hätte und die ganzen Details (wie die Anzahl der an dem Haus vorbeigehenden Katzen) wegstreicht, wäre das Buch ganz Okay...“ (Leserkommentar Johannes Evanus, Krimi-couch, 27.12.2015)

- zu zweit:

  • Hat der Leser im zitierten Kommentar recht und verrät der erste Satz schon, dass der Erzähler der Mörder ist? Begründet dafür/dagegen.

  • Vergleicht die folgenden ersten Sätze aus Prosatexten.

- „Elsa geht einen Schritt auf das Tor zu, den Eingang zur Torstraße 1.“ (Sybille Volks, Torstraße 1 - 2012)

- „Mein Bruder hockte auf einer weißen Wolldecke und lachte in die Kamera.“

(Hans-Ulrich Treichel, Der Verlorene - 1999)

- „Ich wurde gebeten alles auf zu schreiben.“

(Thomas Glavinic, Der Kameramörder - 2001)

  1. Welche Unterschiede gibt es zwischen den drei Sätzen?
  2. Wer wird angesprochen?
  3. Über wen wird gesprochen?
  4. Was für eine Art Erzählung erwartest du nach diesen verschiedenen ersten Sätzen? Wer könnte zum Beispiel Protagonist sein, was könnte das Thema sein, wo und wann könnte sich die Geschichte abspielen.
  5. Passt deiner Meinung nach der erste Satz gut zur Geschichte, oder eben nicht? Warum (nicht)?
  • Der letzte Satz im Roman lautet: „Ich leugne nicht.“

Welche Funktion könnte dem ersten und letzten Satz zusammen zugeschrieben werden:

  1. für die Geschichte
  2. für den Erzähler
  3. für den Leser?
Geschrieben vonInge van Heusden



BuchGlavinic, Thomas, Der Kameramörder
NummerN4/2
Niveau4
Studienlast0,5
ArbeitsformIndividuell/zu dritt
FokusErzähltechnik
Ziel

Merkmale und Wirkung des Stils 

Aufgabe

Glavinic sagt über seinen Stil bezüglich des Erzählers im Roman:

„Ich glaube, jedes Wort, das man analytisch dazu sagt, indem man etwas erklärt über diese Figur, über die Psyche dieses Erzählers oder über die soziale Stellung dieses Erzählers, es würde nicht greifen, es würde nicht funktionieren. Ich glaube, die Sprache sagt da mehr aus über diesen Menschen.“(Wester, Christel, Der Kameramörder, in: Deutschlandfunk. (http://www.deutschlandfunk.de/derkameramoerder.700.de.html?dram:article_id=80206, Stand 9.1.2016)

a.         Individuell:                       

Die Sprache spielt eine große Rolle in jedem Roman. Das gilt auch für Der Kameramörder. Glavinic zeichnet den Charakter seiner Hauptfigur mittels des Stils seiner Sprache.

1.   Welche Merkmale hat der Stil vor allem? Illustriere anhand drei verschiedener Beispiele.

2.   Welche Wirkung hat dieser Stil auf dich als Leser?

  • Wie beeinflusst der Stil die Geschichte?
  • Wie beeinflusst seine Sprache dein Bild vom Erzähler?

Illustriere anhand verschiedener Beispiele.

b.         Dreiergruppe:

Vergleicht eure Antworten und Textstellen. Stimmen eure Antworten überein? Bezieht das Zitat von Glavinic in eure Diskussion ein. Versucht zu einer gemeinsamen Idee über die Rolle des Stils in diesem Roman zu kommen.

Geschrieben vonInge van Heusden



BuchGlavinic, Thomas, Der Kameramörder
NummerN4/3
Niveau4
Studienlast1
ArbeitsformIndividuell
FokusStilmittel
Ziel

Interpretierendes und ästhetisches Lesen

Aufgabe

Der Roman Der Kameramörder ist in einem besonderen Stil geschrieben. Der Autor Thomas Glavinic tut darüber in einem Interview eine Aussage.

a.

Betrachte das Interview: https://youtu.be/VzZWeF5x2-o (Stand 4.1.2016)

b.

Ab Minute 5.40 bis 6.00 sagt Glavinic Folgendes:

“Das Buch bewegt sich ständig zwischen Irrwitz und Grauen hin und her. Das war meine Absicht. Mit Hilfe der Sprache, mit formalen Mitteln.”

Welche Mittel setzt Glavinic dazu ein?

1.         Suche drei Textstellen, die vor allem Irrwitz beschreiben.

            Suche drei Textstellen, die vor allem Grauen beschreiben.

2.         Stelle fest was Glavinic mit der Sprache tut, wie er Irrwitz und Grauen darstellt.

Seite

Irrwitz

Stilmittel

10

„Hin und wieder trat der mit einem zu kleinen Hut und in einer blauen, schmutzigen Arbeitshose umherschlendernde Bauer vom Nachbarhaus zu uns. Er sprach über den in so großer Nähe geschehenen Mord an den Kindern. Er sagte er kenne die Eltern der Kinder und wer so was tue, gehöre weg. Dabei machte er die gebärde des Aufhängens. Im übrigen sprach er viel zu laut, als sei einer der anwesende oder er selbst schwerhörig.“

Absurdität:

auf gleiche Weise berichtet der Erzähler über Ereignisse

unvergleichbarer Art: Mord, Rache und lautes Sprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite

Grauen

Stilmittel

18

„Im Haus ertönte ein Schrei. Eva kam herangestürmt. Weinend jammerte sie, wobei ihre Stimme überschlug, sie wolle nichts mehr von dieser entsetzlichen Geschichte hören. Heinrich solle endlich still sein. Sie halte es nicht mehr aus. Sie zitterte am ganzen Körper, ballte die Fäuste und schluchzte.“

Beschreibung lauterer Äußerlichkeiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben vonInge van Heusden




Der Kameramörder  - Glavinic, ThomasNiveau 4

Der Kameramörder

Autor:Glavinic, Thomas
Erscheinungsjahr:2001
Verlag:Volk und Welt (danach: Deutscher Taschenbuchverlag)
Verlagsort:Berlin (München)
Seitenzahl:156
Gattung:Krimi
Thema:Mediengesellschaft
Sprachniveau: C1
 
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Aufgaben

BuchGlavinic, Thomas, Der Kameramörder
NummerN5/1
Niveau5
Studienlast1
ArbeitsformIndividuell
FokusPoetik
Ziel

Interesse für die Poetik und den Stil des Autors entwickeln

Aufgabe

individuell

1. Lies folgenden überarbeiteten Text aus einem literarischen Lexikon über Glavinic und seine Werke:

Glavinic, Thomas, * 2.4.1972 Graz/Steiermark. – Verfasser von Romanen, Essays, Erzählungen, Hörspielen u. Reportagen.

„Nach der Matura [Abitur] arbeitete Glavinic unter anderem als Taxifahrer, Interviewer für Meinungsforschungsinstitute. Seit 1991 ist er als Schriftsteller tätig. Über die österreichischen Landesgrenzen hinaus bekannt wurde er durch seinen Romanerstling Carl Haffners Liebe zum Unentschieden (Bln. 1998), den der Daily Telegraph zum ‚Buch des Jahres’ kürte; im Anschluss folgten zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter der Friedrich-Glauser-Preis für Der Kameramörder (Bln. 2001) und der Förderungspreis zum Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur im Jahre 2006.

Im Zentrum von Glavinices stilistisch variierenden Texten stehen psychologische Gedankenexperimente. Der Schachroman Carl Haffners Liebe zum Unentschieden schildert den Weltmeisterschaftskampf zwischen Emanuel Lasker und dem ‚Remiskönig’ Haffner, in dessen Verlauf die titelgebende ‚Liebe zum Unentschieden’ durch biografische Rückblicke psychologisch enträtselt wird. Haffners passives Schachspiel erweist sich zunehmend als Akt der ‚Verweigerung’, der schließlich im freiwilligen Hungertod des Helden gipfelt.

Im Kriminalroman Der Kameramörder wird ein für die Medien inszenierter Doppelmord akribisch [sehr genau] protokolliert, und erst am Ende entpuppt sich der Ich-Erzähler als der gesuchte Täter. Reflektiert dieser Krimi in gesellschaftskritischer Absicht die perfide Verschränkung [perverser Zusammenhang] von Gewalt und Medien, so thematisiert Die Arbeit der Nacht (Mchn./Wien 2006) gerade das folgenreiche Fehlen von Gesellschaft. Erzählt wird die bedrückende Geschichte des 35-jährigen Jonas, der eines Morgens feststellen muss, dass er der letzte Mensch auf der Welt ist. Je mehr ihm seine Einsamkeit bewusst wird, desto stärker erodiert sein Ich- Bewusstsein. Jonas stellt Kameras auf, um sich nachts im Schlaf zu filmen, und er muss feststellen, dass sein Ich ein nächtliches Eigenleben zu führen beginnt, von dem er sich zunehmend bedroht fühlt – aber diese ‚Doppelexistenz’ [Doppelleben] bleibt genauso unerklärt wie das gesamte Szenario.

Der experimentellen Selbsterkundung [Selbstuntersuchung] ist auch der zwischen autobiografischem Dokument und Fiktion angesiedelte Egoroman (Mchn. 2007) gewidmet. Präsentiert wird das ironische Porträt des Familienvaters und Schriftstellers ‚Thomas Glavinic’, der sich dem einleitenden Motto ‚Hell is empty, and all the devils are here’ entsprechend nicht nur am zeitgenössischen Literaturbetrieb abarbeitet, sondern darüber hinaus seinen inneren ‚Dämonen’ nachspürt.“

(Charles Linsmayer. 2008. Thomas Glavinic. in: Killy W. Kühlmann W. Aurnhammer A. Egyptien J. Kellermann K. Martus S. Sdzuj R. Henschel C. Jahn B. (n.d.). Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraums. Berlin, Boston: De Gruyter. Letzter Zugriff am 22. Jan. 2016, http://www.degruyter.com/view/serial/21826)

2. Was wird in diesem Text über die Arbeit von Glavinic geschrieben?

a. Welche anderen Titel hat Glavinic geschrieben?

b. Was sind die Themen in diesen verschiedenen Werken? Erstelle eine Tabelle:

Titel und Jahr

Thema

__

allgemein:

es dreht sich um psychologische Gedankenexperimente

Carl Haffners Liebe zum Unentschieden (1998)

„Akt der Verweigerung“: die Hauptfigur weigert alles und stirbt den Hungertod

 

 

 

 


3. Wie würdest du das Allgemeinthema in Glavinic‘ Werken, das heißt sein ‚psychologische Gedankenexperiment’ bezüglich der Protagonist im Kameramörder beschreiben?

4. Passt deiner Meinung nach Der Kameramörder gut in diese Liste der gesammelten Romanthemen?

Beschreibe warum (nicht).

Geschrieben vonInge van Heusden



BuchGlavinic, Thomas, Der Kameramörder
NummerN5/2
Niveau5
Studienlast1,5
ArbeitsformIndividuell
FokusMedien
Ziel

von einer textnahen Interpretation zu einer Einordnung in größere Kontexte

Aufgabe

Im Roman zeigt ein deutscher kommerzieller Sender das aufgefundene Mordvideo.

Während der Ausstrahlung läuft eine Zeile mit. Sie lautet: „Dies ist kein Sensationsvideo. Es ist der hilflose Versuch zur Aufarbeitung einer unfaßbaren Tragödie.“ (S. 59)

In der realen tagtäglichen Tagesschau oder in den verschiedenen Magazinsendungen gibt es öfters Bilder von schrecklichen Ereignissen. Gibt es deiner Meinung nach Grenzen für die Medien oder müssen sie alles zeigen können?

a. Individuell

1. Sammle die Argumente, die von dem deutschen Sender im Roman erwähnt werden um das Zeigen des Videos zu rechtfertigen. (S. 29 – 60)

2. Welche Instanzen formulieren Contra-Argumente und wie lauten die?

3. Könntest du noch eigene Argumente hinzufügen?

b. Sammle zwei Beispiele aus der Aktualität wobei auch angezweifelt werden kann, ob die Bilder gezeigt hätten werden müssen. Denke zum Beispiel an das Foto vom toten syrischen Jungen Aylan Kurbani am griechischen Strand.

c. Argumentiere ob es Grenzen für die Medien gibt oder geben sollte.

1. Sammle Argumente Pro und Contra.

2. Schreibe ein kurzes Plädoyer (200 Wörter) für oder gegen das Zeigen des Mordvideos.

3. Gelten die gleichen Argumente für oder gegen das Zeigen der tagtäglichen Bilder deiner eigenen unter b. genannten Beispiele?

Geschrieben vonInge van Heusden



BuchGlavinic, Thomas, Der Kameramörder
NummerN5/3
Niveau5
Studienlast1
ArbeitsformIndividuell/zu dritt
FokusGattung
Ziel

Textinterne und textexterne Zusammenhänge feststellen

Aufgabe

Auf dem Umschlag des Buches wird Der Kameramörder als „ein atemberaubender Kriminalroman“ empfohlen.

Ist Der Kameramörder deiner Meinung nach ein Kriminalroman?

Arbeite individuell.

a. Lies die folgende Beschreibung der Konventionen der Gattung:

„Vor allen Dingen muss es ein Verbrechen geben und konsequenterweise einen Verbrecher, dazu diejenigen, die nach ihm fahnden. Die Handlung muss einen Höhepunkt bezwecken, in dem verhaftet, verurteilt und aufgeklärt wird. All dies soll vom Ambiente der Suspense begleitet werden – einem Gefühl der ständigen Anspannung des Geschehens, des unerbittlichen Sich-dem-Geheimnis-Nährens, was gewöhnlich vom Leser mit Neugier und Angst zugleich begrüßt wird, nicht selten mit einem großen Nervenaufwand und Irritation.“ (Pokrywka, Rafal, (2014) Gewalt und Irritation: Ein Versuch über den Kameramörder von Thomas Glavinic. in: Colloquia Germanica Stetinensia. Szczecin: Uniwersitet Szczecinski. nr. 23. S. 101-119.)

b. Welche von den genannten Elementen der Gattung werden in Thomas Glavinic Roman genutzt, welche vernachlässigt? Beschreibe oder gib Textstellen.

 

Gattungselemente

in demKameramörderoder eben nicht

Höhepunkt bezwecken

 

Ambiente der Suspense kreieren

 

Gefühl der ständigen Anspannung des Geschehens aufrufen

 

Sich-dem-Geheimnis-Nährens beschreiben

 

Aufklärung der Geschichte geben

 


c. Zu Dritt

Vergleicht eure Tabellen miteinander und diskutiert die Unterschiede.

Geschrieben vonInge van Heusden




Der Kameramörder  - Glavinic, ThomasNiveau 4

Der Kameramörder

Autor:Glavinic, Thomas
Erscheinungsjahr:2001
Verlag:Volk und Welt (danach: Deutscher Taschenbuchverlag)
Verlagsort:Berlin (München)
Seitenzahl:156
Gattung:Krimi
Thema:Mediengesellschaft
Sprachniveau: C1
 
Leser
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www.thomas-glavinic.de

 

goethe


 

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Der Kameramörder  - Glavinic, ThomasNiveau 4

Der Kameramörder

Autor:Glavinic, Thomas
Erscheinungsjahr:2001
Verlag:Volk und Welt (danach: Deutscher Taschenbuchverlag)
Verlagsort:Berlin (München)
Seitenzahl:156
Gattung:Krimi
Thema:Mediengesellschaft
Sprachniveau: C1
 
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"Thomas Glavinic, geboren am 2.4.1972 in Graz. Tätigkeiten als u.a. Werbetexter, Vertreter und Taxifahrer. Mit fünf Jahren erste Schachpartien, 1987 Rang 2 der österreichischen Schachrangliste in seiner Altersklasse. 1989 erste Veröffentlichungen in regionalen steirischen Zeitungen; 1991 Aufnahme eines Germanistikstudiums; seit 1991 Essays, Erzählungen, Hörspiele und Reportagen; freier Schriftsteller seit 1995. Glavinic ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Wien." (Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur)

Inhalt

Im Roman Der Kameramörder berichtet der Ich-Erzähler im Protokollstil sachlich und gefühllos über seine Osterferien, die er mit seiner "Lebensgefährtin" Sonja in der Weststeiermark bei einem befreundeten Ehepaar, Heinrich und Eva, verbringt. Als ein Mörder zwei Kinder zwingt, von einem Baum in den Tod zu springen, und dann das Video bei einem Privatsender auftaucht und übertragen wird, wird die Ferienzeit der beiden Paare gänzlich von den Medien dominiert. Der Ich-Erzähler beschreibt sachlich, gefühllos und ausführlich bis in kleine Einzelheiten. Die beiden Paare essen zusammen eine Osterjause und unternehmen verschiedene Vergnügungen wie Spazierengehen, Federball, Tischtennis, und Karten spielen. Der Leser erfährt dabei von dem Inhalt des jeweiligen Essens, von den Punkten beim Wettspiel, sogar von der Toilettenpause und der Zahl der Wespen über dem Esstisch. Es zieht die Situation und die Persönlichkeit des Erzählers ins absurde und zeigt wie die heutige Welt von den Medien dominiert wird. Am Ende des Buches kann der Protagonist sogar während seiner eigenen Verhaftung den Blick nicht vom Bildschirm lassen.

Schwierigkeitsgrad

Literarisches Niveau: Der Kameramörder ist auf Niveau 4 eingestuft, auf einem niederen Niveau wäre zwar die (relativ einfache) Handlung verständlich, nicht aber der Sinn des Buches. Es spielt sich innerhalb eines kurzen Zeitraums, auf kleiner Fläche und mit wenig Handlung ab, die Schwierigkeit liegt jedoch auf der Fläche des Schreibstils und der dadurch hervorgerufenen Gefühle. Der Text wird durch den Protokollstil ungeübte Leser irritieren. Der Autor hat sich als Aufgabe gestellt, die Person des Protagonisten nur durch seine Sprache zu charakterisieren.

Sprachliches Niveau
: Das Buch ist sprachlich auf Niveau C1 einzuordnen. Es ist ohne Absätze und Kapitel geschrieben, was auch auf sprachlichem Niveau einiges an Ausdauer erfordert. Die Sätze sind oft lang, gefüllt von Nebensätzen, und da die Geschichte nacherzählt wird, auch voller Konjunktiv. Begriffe werden meist nicht alltäglich, sondern viel umständlicher und fast weltfremder umschrieben. Man muss die deutsche Sprache genügend beherrschen, um den schleppenden Charakter des Stils an sich zu erkennen, ansonsten geht der Sinn dieser Sprache verloren.

Didaktische und philologische Analyse

Dimensionen

Indikatoren

Hinweise zu komplizierende Faktoren

Allgemeine Voraussetzung (um den Text verstehen zu können)

Bereitschaft

Für Leser des Niveaus 4 wird dieses Werk durch seinen Schreibstil und die tiefer liegenden Gefühle interessant. Es muss den Leser reizen, Wortwahl und Satzbau als etwas anderes als nur eine Art der Informationsübertragung zu sehen und das Thema als Basis einer Diskussion innerhalb der Gesellschaft zu erkennen.

Interessen

Schüler dieses Niveaus sind meist in dem Alter, dass sie schon viel mit den verschiedenen Medien zu tun haben. Es wird ihnen bewusst sein, dass sie im Alltag durch Fernsehen und Computer gelenkt werden, wenn es um die Neuigkeiten der Welt geht.

Allgemeinkenntnisse

Zum Verstehen des Textes werden keine spezifischen Allgemeinkenntnisse erfordert, da die meisten besprochenen Themen und Handlungen bereits auf niederem Niveau besprochen werden. Wenn, dann Einzelheiten wie ORF, Auferstehungsfeier, Steiermark, etc.

Spezifische kulturelle und literarische Kenntnisse

Österreichische Bezüge kommen vor (s. Allgemeinkenntnisse). Besondere literarische Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt, aber Kriminalromane bzw. Kriminalfernsehsendungen, -filme und -serien spielen eine Rolle.

Fertigkeit bezüglich des Sprachgebrauchs und des literarischen Stils

Vokabular

Das Vokabular ist äußerst objektiv und streng gewählt. Der Autor beschränkt sich so viel wie möglich auf gehobenes Vokabular, das meist nicht in der Alltagssprache gebraucht wird.

Satzkonstruktion

Der Text besteht aus meist nicht allzu langen, dafür aber viele Nebensätze enthaltenden, Sätzen. Alles ist - bis auf die wörtliche Rede des Kameramörders während des Films und den allerletzten Satz - im Präteritum geschrieben. Da es ein Nachbericht ist, werden viele der Dialoge im Konjunktiv wiedergegeben. Das Buch beinhaltet - außer den Worten des Mörders - keine einzige wörtliche Rede. Dies hat einen sehr ermüdenden Effekt.

Stil

Die Phrasenhaftigkeit im Roman ist auffällig. "Durch die Verwendung von Sprachmustern aus gehobenen, und damit nicht in die freundschaftliche Alltagskommunikation passenden, Stilebenen gibt der Ich-Erzähler seine Fremdheit gegenüber seinen Mitmenschen und der Wirklichkeit preis: z.B. "ich willfahrte ihr" (S. 13), "zu Bett geleiten" (S. 5). Die unpassende Sprache signalisiert die emotionale Distanz des Ich-Erzählers zu den Menschen in seiner Umgebung. Damit wird signalisiert, dass es sich beim Ich-Erzähler um einen pathologisch Desintegrierten handelt, der an der ihn umgebenden Welt nur begrenzt Anteil hat." (Manuela Weiβ: Sprache & Gesellschaftskritik in Glavinic' "Der Kameramörder" http://suite101.de)

Fertigkeit bezüglich der literarischen Verfahrensweise

Handlungsdichte

In dem Buch passiert scheinbar nichts. Die beiden Ehepaare sitzen zuhause und amüsieren sich, abgewechselt von einigen Fernsehbildern. Es ist ein normaler Tagesablauf. Die Spannung, die durch Geschehen aufgebaut werden könnte, wird durch den Erzählstil sofort völlig vernichtet. Es gibt keinen Dialog und alles wird bis ins kleinste Detail beschrieben, was das eventuelle Tempo wieder vernichtet.

Chronologie

Die Geschichte verläuft völlig chronologisch vom Augenblick der Ankunft bis zur Verhaftung. Auch die Filmfragmente des Mordes sind in die Chronologie einzufügen, da sie so geschildert werden, wie sie zu genau dieser Zeit im Fernsehen zu sehen sind.

Erzählstränge

Das Buch folgt einem einzigen Erzählstrang.

Perspektive(n)

Das Werk ist eine Ich-Erzählung und somit aus der Perspektive des Mörders geschrieben. Der Leser hat die unbewusste Neigung, sich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Gerade durch dessen absurde Umschreibung des Geschehens und seiner Wortwahl, wird dies aber (absichtlich) zur Hürde. Man sträubt sich dagegen, sich hineinzuversetzen.

Bedeutung(sschichten)

Der Kameramörder thematisiert nicht nur die Psyche des Mőrders, die Art und Weise menschlicher Interaktion, Sprachdiskurse und die Schattenseiten der Mediengesellschaft werden ebenfalls stark kritisiert. Das Scheitern zwischenmenschlicher Kommunikation wird an der Phrasenhaftigkeit der Bürger gezeigt. Auch wird kritisiert, wie sehr politische Parteien und Vertreter der Kirche die Mordfälle für eigene Themen ausnützen. Angeprangert wird auch eine Gesellschaft, die sehr stark auf Massenmedien orientiert ist, und sensationslüstern die Aufnahmen, die der perverse Mőrder gemacht hat, sehen will. Die Tragik, dass ein Mőrder seine Taten filmisch festlegt, kritisiert die Abhängigkeit vom Medium - ohne Aufnahmen ist die Realität nicht vorhanden.

Fertigkeit bezüglich der literarischen Figurengestaltung

Charaktere

Es gibt in dem Buch vier Figuren: Heinrich, seine Lebensgefährtin Sonja Wagner und die Gastgeber Stubenrauch, Heinrich und Eva. Die Charaktere des Romans sind in zwei Gruppen zu gliedern: Der Protagonist und alle Zuschauer. Zu den Zuschauern gehőren auch seine Lebensgefährtin, die Freunde, der Bauer, usw., da sie alle vom fast Surrealen im Fernsehen gebannt sind und damit die Verbindung zur realen Welt nicht bilden können. Der Leser will sich automatisch am meisten mit dem Protagonisten identifizieren, merkt aber wahrscheinlich, dass er sich in dieser Situation ähnlich wie alle Zuschauer des Buches verhalten hätte.

Zahl der Figuren

Die Zahl der Figuren kann auf sechs begrenzt werden: Der Protagonist, seine Lebensgefährtin, die beiden Gastgeber und der Bauer und seine Frau.

Verhältnisse

Die Beziehungen liegen komplexer. Einerseits gibt es den Protagonisten als "Kameramörder", der als geheimnisvoller Einzeltäter alleine steht. Andererseits ist derselbe Mann ein munterer Lebensgefährte und Freund. Die restlichen Beziehungen sind alltäglich.

benutzte Quellen

Thomas Glavinic - Der Kameramörder (2003)

Website des Autors: http://www.thomas-glavinic.de

Die Medienproblematik im Roman der Kameramörder: http://www.onsem.info/seminar2009/yajin-medienproblematik/

Manuela Weiβ: Sprache & Gesellschaftskritik in Glavinics "Der Kameramörder": http://suite101.de/article/sprache--gesellschaftskritik-in-glavinics-der-kameramoerder-a102723

relevante Quellen

Thomas Glavinic - Der Kameramörder

Die Medienproblematik im Roman der Kameramörder: http://www.onsem.info/seminar2009/yajin-medienproblematik/

Manuela Weiβ: Sprache & Gesellschaftskritik in Glavinics "Der Kameramörder": http://suite101.de/article/sprache--gesellschaftskritik-in-glavinics-der-kameramoerder-a102723

Sprache und Erzählstil bei Thomas Glavinic: http://suite101.de/article/sprache-und-erzaehlstil-bei-thomas-glavinic-a54762

Verarbeitung und Vertiefung

N3:
Durch die begrenzte Handlung und die kurze Zeitspanne kann das Buch auch für Leser des Niveaus drei begreifbar sein, wahrscheinlich aber in einem viel geringeren Maße. Das Buch könnte gelesen werden, wenn man den Fokus mehr auf das Thema, die Moral und die Handlung richtet. Das Lesen muss wegen des komplexeren Stils aber begleitet und oft auf Begreifen geprüft werden. Es sollte vielmehr auf eine Identifikation mit den anderen Charakteren, also der Lebensgefährtin usw., eingegangen werden, da die Geschichte sonst ihren Wert verlieren könnte. Sehr wohl kann aber das Thema als Diskussionsthema benutzt werden.

N4: Dem Leser des Niveaus vier kann man es schon viel eher überlassen, sich durch Erzähl- und Schreibstil selbst ein Bild des Protagonisten und der um ihn herumliegenden Welt zu formen. Man kann ihn auf das Vokabular und die Satzstrukturen aufmerksam machen, um ihn selber daran "basteln" zu lassen. Viel mehr kann hier also auf die Interpretation und den bewussten Gebrauch von Stilmitteln eingegangen werden.

N5: Auf diesem Niveau kann noch viel intensiver auf die bei Niveau vier bereits angedeuteten stilistischen und ästhetischen Eigenschaften des Textes eingegangen werden.

erstellt von

Victoire Wisse